Costa Rica - Reisebericht unserer dreiwöchigen Rundreise
Unser letztes Reiseziel war Costa Rica. Ein raues, von Regenwäldern durchzogenes Land in Zentralamerika mit Küstenabschnitten am Karibischen Meer und dem Pazifik. Am 22. November 2025 landeten wir in der Hauptstadt San José. Vor uns lag eine dreiwöchige Mietwagen-Rundreise quer durch das Land.
Bereits zu Beginn unserer Reiseplanung war uns klar, dass wir keine Zeit in der Hauptstadt verlieren wollten. Drei Wochen sind zwar eine lange Zeit und Costa Rica ist nur in etwa so groß wie Niedersachsen (also rund ein Siebtel so groß wie Deutschland), aber das Land bietet so viele schöne Landschaften und die Straßenverhältnisse sind teils so abenteuerlich, dass man nur mit Schrittgeschwindigkeit voran kommt. Trotz der 3 Wochen hatten wir einen sehr knappen Zeitplan vor uns. Am Ende legten wir rund 2.600 km mit einem Durchschnittstempo von 38 km/h und einer Fahrzeit von über 68 Std. zurück. Zählt man nun noch die unzähligen Wanderungen dazu, kann man sich leicht vorstellen, dass dieser Trip alles andere als ein entspannter Erholungsurlaub war.
Nach der Landung abends am Internationalen Flughafen Juan Santamaría-Alajuela in San José ging es sogleich mit dem Mietwagen gen Westen, raus aus der Großstadt. Dort erreichten wir nachts unsere erste Unterkunft, schliefen ein paar Stunden, um dann früh morgens die Fähre von Puntarenas nach Paquera zu nehmen. Unser Ziel war es, an unserem ersten richtigen Urlaubstag direkt die Pazifikküste zu erreichen.
Die Fährüberfahrt war sehr angenehm. Die Tickets hierfür hatten wir bereits einige Wochen im Vorfeld gebucht. Für 2 Personen inkl. unserem Fullsize-SUV bezahlten wir knapp unter 30 €. Wir genossen die Aussicht am Oberdeck, tranken gemütlich unser erstes Urlaubsbierchen und waren heil froh, dass bis hierhin alles reibungslos geklappt hatte. Die Flüge waren pünktlich, die Koffer waren mit angekommen, der Mietwagen schien top zu sein und dass wir auf der Fähren waren bedeutete, dass wir unseren sehr engen Zeitplan wohl einhalten konnten.
Nicoya-Halbinsel, Pazifikküste
Angekommen auf der Nicoya-Halbinsel erreichten wir nach einer kurzen Autofahrt die Küstenstadt Santa Teresa. Der ehemalige Fischerort ist aufgrund seiner beständigen Wellen ein weltbekannter Hotspot für Surfer. Die Hauptstraße bot eine Vielzahl von Cafés und Boutiquen. Der Ort strahlte eine angenehme Ruhe und Hippie-Atmosphäre aus und man spürte sogleich den "Pura Vida" Lebensstil. Es bedeutet so viel wie "Kein Stress" und "Genieße das Leben". Pura Vida wird aber auch zur Begrüßung oder Verabschiedung verwendet, oder einfach um "Danke" zu sagen. Die traumhaften langen Sandstrände luden zum Verschnaufen ein.
Wir fuhren zunächst entspannt die Pazifikküste hoch. Ziel war unserer Unterkunft in Sámara. Doch dann wollte uns Google Maps nur noch zurück schicken, um uns komplett außen herum über den Highway 21 zu lotsen. Es schien uns ein gewaltiger Umweg zu sein und wir fragten bei Einheimischen nach, ob wir nicht irgendwie weiter entlang der Küste nach Sámara fahren könnten. Man riet uns eindringlich aufgrund der Straßenverhältnisse davon ab, es sei aber grundsätzlich machbar. Nach langer Überlegung entschieden wir uns, das Abenteuer anzunehmen und es zu riskieren. Ich bin schließlich schon viele abtenteuerliche Routen auf der ganzen Welt gefahren und unser großer SUV mit Allrad machte einen zuverlässigen Eindruck. Doch was wir dann erlebten, überraschte mich. Die Straße war nichts weiter als ein schmaler Feldweg, bei dem selbst Schrittgeschwindigkeit teils kaum zu erreichen war. Die Koffer im Auto schaukelten ordentlich hin und her und der enge Weg bot uns keinerlei Wendemöglichkeit. Schließlich kamen wir an einem breiten Fluß an, wo der Weg endete. Zum Glück fuhr vor uns ein Einheimischer durch den Fluß, mit einem ähnlichen Wagen wie der Unsere. Es war noch hell und man konnte die Tiefe des Flusses gut abschätzen. Langsam durchfuhren wir den Fluß und kamen schließlich mit rasendem Puls am anderen Ufer an, wo es gleich steil weiter ging.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir einen weiteren Fluß. Dieser war etwas schmaler und so durchquerten wir auch diesen langsam aber problemlos. Doch dann brach allmählich die Dämmerung ein und wir beteten, dass kein weiterer Fluß mehr vor uns liegen würde. Doch es kam wie es kommen musste und so standen wir schließlich vor einem breiten und tieferen Fluß, dessen Strömung beachtlich an uns vorbei floß. Wir waren uns sicher, dass wir hier niemals durchfahren könnten. Doch umkehren war auch keine Option. Der Weg war bei Tageslicht schon kaum zu bewältigen, doch im dunkeln noch einmal durch die Flüsse zu fahren, wäre viel zu gefährlich gewesen und hätte uns außerdem die ganze Nacht gekostet. Wir waren ohnehin schon sehr erschöpft aufgrund der langen und anstrengenden Fahrt und so standen wir zunächst eine Weile ratlos am Ufer. Die Sonne ging unter und es dämmerte zunehmend. Uns blieb keine Zeit mehr, wollten wir nicht im Nirgendwo im Auto übernachten.
Wir hatten großes Glück, denn schließlich trafen wir auf einen Einheimischen, der uns Mut machte, den Fluß zu durchqueren. "Es ist möglich", versicherte er uns und grinste dabei. Seine Worte klangen alles andere als zuversichtlich, aber schlussendlich blieb uns keine Wahl. Langsam fuhren wir im Schritttempo durch den reißenden Fluß und hofften, dass dieser nicht unseren teuren Mietwagen mitsamt unseres gesamten Gepäcks Flußabwärts spülen würde. Wir wären im absoluten Nirgendwo bei völliger Dunkelheit ohne Handyempfang aufgeschmissen gewesen. Uns war klar, was auf dem Spiel stand und dementsprechend hatten wir die Hosen voll. Völlig fertig erreichten wir sicher und wohlauf das andere Ufer und der freundliche Mann versicherte uns, dass es von hier aus nur noch 30 Minuten nach Sámara sei und auch kein weiterer Fluß mehr auf unserem weiteren Weg liegen würde. Extrem erleichtert fuhren wir weiter durch die Dunkelheit. Es kam tatsächlich keine weitere Flußdurchquerung mehr, doch es dauerte noch knapp 90 Minuten, bis wir unsere Unterkunft endlich erreichten.
Von diesem Erlebnis gibt es zwar keine Fotos, aber ein paar Stories auf meinem privaten Reise-Instagram-Profil unter den Costa Rica Highlights. Schau dir die kurzen Clips gerne einmal an, denn sie fassen unsere Rundreise ebenfalls ziemlich gut zusammen.
Fortan hielten wir uns an die von Google Maps vorgeschlagene Route und fuhren weiter nach Tamarindo. Hier konnten wir problemlos die Küste entlang fahren und hielten an mehreren Stränden und Cafes. Am Playa del Ostional machten wir völlig spontan ein kleines Fotoshooting, da wir gut in der Zeit lagen.
La Leona Waterfall
Wir verließen schließlich die Pazifikküste und fuhren von Tamarindo aus ostwärts in Richtung Bijagua de Upala. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Abstecher zum La Leona Waterfall. Hier buchten wir ganz spontan von unterwegs aus eine Tour, um einen Wasserfall in einer Höhle zu besichtigen. Wir hatten großes Glück, denn wir bekamen einen Guide nur für uns und waren ansonsten alleine auf dem Adventure Hike. Es war ein schönes nasses Abenteuer, bei dem wir mehrfach durch den Fluss Rio Blanco schwimmen mussten, um schlussendlich den Wasserfall zu erreichen. Meine Kamera hatte ich in einem wasserdichten Rucksack verstaut und so konnte ich auch ein paar Bilder schießen. Ein wenig interessanter sind aber auch hier meine kurzen Clips auf Instagram.
Diese Wanderung war ein weiteres, echtes Erlebnis und hat uns unglaublich viel Spaß gemacht.
Rio Celeste
Am Folgetag war unser Ziel dann ein weiterer Wasserfall. Der Rio Celeste Waterfall am Celste River liegt im Tenorio Valcano National Park und ist für sein leuchtend türkisfarbendes Wasser bekannt, das durch eine natürliche Mineralreaktion entsteht. Um zu dem Wasserfall zu gelangen, muss man eine etwa 1,5 stündige Wanderung inklusive einiger steiler Treppenstufen in Kauf nehmen. Auf Bildern sah der Wasserfall einzigartig aus, doch diesmal hatten wir kein Glück. Es regnete an dem Tag ziemlich stark, weshalb das Wasserbecken bloß eine braune, trübe Brühe enthielt. Zudem war der Treppenabgang und damit der Zugang zum Wasserfall gesperrt. Somit stapften wir mit getrübter Stimmung durch den nassen Regenwald und verließen den Ort enttäuscht wieder.
Monteverde
Unsere Tour führte uns nun in die Berge nach Monteverde im Nordwesten Costa Ricas. Hier liegt das berühmte Nebelwaldreservat Monteverde, welches zahllosen Wildtierarten Schutz bietet. Darunter zählt auch der Jaguar, der Ozelot und der farbenfroh gefiederte Quetzal.
El Tigre Waterfalls
Zunächst ging es für uns aber erstmal zu den El Tigre Waterfalls. Cataratas El Tigre ist ein Naturschutz- und Wandergebiet mit mehreren eindrucksvollen Wasserfällen mitten im Nebelwald nördlich von Monteverde.
Zeit für eine kleine Geschichte: Der Name "El Tigre" kommt nicht daher, dass hier echte Tiger leben, die gibt es in Costa Rica nämlich nicht. Er stammt aus einer Geschichte aus der Zeit, als das Land noch Viehweide war. In den 1980er Jahren jagte auf diesem Gebiet ein großer Jaguar, der von den lokalen Bauern einfach "el tigre" (der Tiger) genannt wurde, weil man ihn schlichtweg verwechselte. Dieses große Raubtier tötete innerhalb weniger Wochen 30 Kühle und mehrere Pferde und machte damit den Viehzüchtern so sehr zu schaffen, dass er zur Legende im Wald wurde. Schlussendlich wurde der Jaguar von dem damaligen Landbesitzer Don Aurelio Rodríguez und seinen Begleitern nach einer langen Verfolgungsjagd im Wald getötet.
Wir wanderten einige Stunden durch dieses wundervolle Gebiet und überquerten hierbei einige kleinere Hängebrücken. Leider regnete es den ganzen Tag recht stark. Im November endet zwar meist die Regenzeit in Costa Rica, aber hier in den Bergen hatten wir kein Glück mit dem Wetter. Darum gibt es von hier auch leider kaum ansehnliche Fotos. Eigentlich wollten wir an dem Tag in den berühmten Zipline-Park und Hochseilgarten gehen, doch aufgrund des schlechten Wetters entschieden wir uns lieber für die Wanderung zu den Wasserfällen.
Monteverde Cloud Forest Reserve
Auch am Folgetag hielt der Regen an. Wir besuchten nun den berüchtigten Nebelwald. Die markierten Wege des Monteverde Cloud Forest Reserve verliefen durch Farne und Orchideen und die hohen Hängebrücken ermöglichten uns, über dem Kronendach des Waldes zu wandern. Mit dem diesigen Regen sah der Wald schon ein wenig mystisch aus.
La Fortuna
Sloth's Territory
Unsere Rundreise führte uns nun um den großen Stausee Laguna de Arenal, dem größten Binnensee des Landes, weiter zum Ort La Fortuna. Glück brachte uns Fortuna bezogen auf das Wetter leider nicht und so hatten wir immer mal wieder gelegentliche Schauer. Wir besuchten dort das Sloth's Territory in La Fortuna de San Carlos. Hierbei handelt es sich um ein 13 Hektar großes, privates Naturreservat, wo man Vögel und Faultiere beobachten kann. Wir hatten eine geführte Tour in einer kleinen Gruppe. Ohne unseren Guide hätten wir hier niemals ein Faultier zu Gesicht bekommen. Sie schliefen hoch in den Baumkronen und waren selbst mit meinem Teleobjektiv kaum zu erspähen. An ihrem nassen Fell erkennt man gut, wie stark es zuvor geregnet hatte.
Mistico Park
Unweit entfernt lag auch der Mistico Park im Puentes Colgantes Arenal bei La Fortuna. Hierbei handelt es sich um einen Waldpfad durch ein privates Regenwald-Reservat mit sechs Hängebrücken und einer Reihe Fußgängerbrücken, die durch die Baumkronen führen und einen atemberaubenden Ausblick über das Blätterdach des Regenwaldes bieten.
Von dem Mistico Park aus hatte man zudem einen ausgezeichneten Blick auf den Vulkan Arenal, dem aktivsten und jüngsten Vulkan von Costa Rica. Er gilt zudem als einer der aktivsten Vulkane der Welt.
Natürlich habe ich im Park auch einige Tiere und Pflanzen fotografiert. An dieser Stelle verweise ich allerdings auf meine Bildergalerie. Dort findest du viele weitere Fotos in einer höheren Auflösung.
Bajos del Toro
Cañón Ciudad Esmeralda
Auf dem Weg nach Bajos del Toro sind wir via Google Maps auf eine Canyon Tour aufmerksam geworden. Da uns die Wanderung durch den Fluß bei La Leona zu Beginn unseres Abenteuers so gut gefallen hat, beschlossen wir spontan diese Tour namens Cañón Ciudad Esmeralda am Fluß Río la Vieja zu buchen. Auf den gängigen Plattformen wie GetYourGuide konnte man diese Tour nirgends finden, also riefen wir kurzerhand die auf Google hinterlegte Handynummer an und hatten Erfolg. Wir bekamen nicht nur kurzfristig einen Slot, wir waren auch wieder einmal alleine auf der Tour. Und das sogar mit 2 Guides.
Diese Trip war deutlich abenteuerlicher als geplant. Mit Helmen und Kamera bewaffnet ging es zunächst mehrere sehr steile Leitern bergab in den Fluß. Die Strömung war stärker und der Fluß tiefer als erwartet und so hatten wir teils große Mühe, voran zu kommen. Auch hiervon gibt es einige sehenswerte Stories auf Instagram. Eigentlich hätte uns am Ende der Tour noch ein Wasserfall erwartet, doch die letzte Etappe war leider nicht begehbar, da durch den Regen der vergangenen Tage die starke Strömung die Leiter bergauf weggespült hatte. Die Tour war definitiv eine tolle (wenn auch anstrengende und nasse) Erfahrung.
Blue Falls of Costa Rica
In der Nähe der Ortschaft Bajos del Toro in der Provinz Alajuela befinden sich eine Vielzahl von Wasserfällen, die Blue Falls of Costa Rica. Besonders bei Sonnenschein und trockenem Wetter zeichnen sich diese Wasserfälle und Flussbecken durch ihre türkisblaue Farbe aus. Wir hatten mit dem Wetter nicht so viel Glück, aber immerhin blieb es größtenteils trocken. Wir schafften stolze 5 von insgesamt 7 Wasserfällen an nur einem Tag. Die Wege führten teils steil bergauf und bergab, was mit der Kameraausrüstung eine echte Tortur wurde. Wir liefen den gesamten Tag von frühmorgens bis zum späten Nachmittag von einem Wasserfall zum nächsten.
Catarata del Toro Wasserfall (gehört streng genommen nicht zu den Blue Falls)
Pozu Azul Wasserfall
Catarata La Celestial Wasserfall
Cahuita National Park, Karibikküste
Wir hatten nun circa die Hälfte unserer Mietwagen-Rundreise hinter uns gebracht und es stand eine längere Autofahrt zur Karibikküste bevor. Wir verließen die Regenregion und je näher wir an die Ost-Küste kamen, desto besser wurde auch das Wetter. Wir erreichten schließlich den Cahuita National Park. Er ist einer der entspanntesten und spannendsten Nationalsparks Costa Ricas, vor allem wegen seiner Kombination aus Regenwald, Karibikstrand und Korallenriff. Der Nationalpark liegt direkt an der Küste und ist sehr flach und gut begehbar. Hier konnten wir eine Vielzahl von Tieren beobachten, allen voran Brüllaffen und Kapuzineraffen.
Auf einem Holzweg ging es kilometerweit in den Nationalpark hinein, quer durch den Regenwald.
Auf der Hälfte der Strecke erreichten wir schließlich den Strand Puerto Vargas inmitten des Parks. Hier machten wir einige Bilder und auch ein kleines Fotoshooting auf einer Palme (siehe Fotos von Alienna), bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Wir fuhren danach die Karibikküste weiter südwärts bis Manzanillo und erkundeten dort auf dem Weg die vielen Strände, Cafés und Restaurants.
Playa Negra
Dieser Strand lag direkt vor unserer Unterkunft und zeichnete sich durch seinen pechschwarzen Sand aus. Ich ließ endlich mal wieder meine Drohne steigen für ein paar Aufnahmen am karibischen Strand.
Playa Punta Uva
Die Karibikküste war ein wirklich traumhafter Ort und endlich fanden wir ein wenig Zeit zum durchatmen. Die erste Etappe unseres Urlaubs war echt anstrengend und so genossen wir die Ruhe, die Sonne und das karibische Meer. Eine schöne Palme am Playa Punta Uva verleitete uns dann noch einmal zu einem kleinen Fotoshooting am Strand von Punta Uva.
Wir hätten gerne noch länger an der Küste verbracht, um mehr Zeit an den tollen Stränden zu verbringen. Doch unsere Route führte uns nun wieder zurück an die Westküste. Das bedeutete eine sehr lange und anstrengende Autofahrt. Der Weg führte uns mitten durch's Land, vorbei an dem künstlichen Stausee Lago de Cachi, bis runter an die Südspitze der Pazifikküste, wo uns erneut einige Strände erwarteten.
King Louis Waterfall, Pazifikküste
Bei der Planung unseres Costa Rica Urlaubs sind wir damals zufällig auf den King Louis Waterfall aufmerksam geworden. Wir fanden ihn so interessant, dass wir ihn auf jeden Fall in unsere Tour einplanen wollten. Wir hatten nun jedoch schon viele tolle Wasserfälle gesehen und der King Louis Wasserfall war kein touristischer Ort, sondern ein echter Geheimtip, weit abgelegen an der Südspitze. Alleine der Weg zu unserer Unterkunft war anstrengend und von holprigen Schlaglöchern geprägt. Wir fuhren viele Stunden über unbefestigte Straßen und erreichten am späten Nachmittag ziemlich durchgeschüttelt den Ort, an dem sich unsere Unterkunft befinden sollte. Es war ein sehr abgelegener Ort und erneut hatten wir keinen Handyempfang. Wir fuhren ziellos umher, denn an der genannten Adresse befand sich keine Unterkunft. Schließlich zeigte uns ein Einheimischer die richtige Richtung. Die Menschen in Costa Rica waren allesamt sehr hilfsbereit und freundlich. Schließlich standen wir vor einem verschlossenen Tor und auf laute Rufe und Hupen reagierte niemand. Mir gelang es, das Schloss des Tores zu öffnen und das Grundstuck zu betreten. Nach weiteren, lauten Rufen, kam schließlich ein halbnackter Mann, freundlich aber verwundert, auf mich zugelaufen. Zum Glück sprach er perfektes Englisch und ich zeigte ihm meine Reservierung. Er erklärte mir, dass er bereits vor Wochen alle Reservierungen storniert habe aufgrund eines Dachschadens am Haus, jedoch schien bei unserer Reservierung etwas schief gelaufen zu sein. Er bot uns seine Hilfe auf der Suche nach einer alternativen Unterkunft an, dies erwies sich jedoch als sehr schwierig. Schlussendlich blickte er gen Himmel und meinte, dass es die Nacht wohl trocken bliebe und wenn wir wollten, könnten wir doch unter seinem undichten Dach nächtigen. Uns blieb keine Wahl. Wir fuhren auf seine Empfehlung hin in eine Pizzeria, die rund 40 Minuten entfernt lag und gaben ihm und seiner Frau somit noch genügend Zeit, unser Zimmer herzurichten.
Glücklicherweise blieb es wirklich trocken und die Nacht war recht angenehm, was sicherlich auch an unserer Erschöpfung lag. Noch am Vorabend hatte uns unser freundlicher Gastgeber eine Skizze gezeichnet, wie wir den King Louis Wasserfall finden würden. Es war zwar nur grobes Handgekritzel, aber immerhin besser als Google Maps, das uns hier an diesem abgelegenen Ort keine große Hilfe mehr war.
Der Weg zu dem Wasserfall wurde immer holpriger und wir hatten keine Ahnung, wie weit es letztendlich werden würde. Wir dachten bereits unzählige Male daran umzukehren, doch dann wäre der weite Weg runter in den Süden umsonst gewesen. So quälten wir uns im Schritttempo schmalen Pfaden entlang. Teilweise mussten wir den Weg erstmal zu Fuß erkunden, um sicher zu gehen, dass wir noch richtig sind. Wir hätten unter Umständen sonst mit unserem großen Auto nicht mehr wenden können. Nach einigen extrem holprigen Stunden erreichten wir schließlich eine kleine Stelle, auf die die Beschreibung passte. Wir parkten unseren Mietwagen und suchten einen Weg zum Wasserfall. Wir hatten keine Ahnung, wo es lang ging und so liefen wir zunächst einen schmalen Pfad bergauf, der uns jedoch gut 45 Minuten in die falsche Richtung führte. Wir kehrten um und waren weitere 35 Minuten später wieder zurück an unserem Parkplatz, völlig erschöpft und frustriert. Wieder schoß uns der Gedanke in den Kopf, aufzugeben und zurück zu fahren. Waren es die Strapazen wirklich wert? Schließlich hatten wir schon so viele tolle Wasserfälle gesehen. Doch wir hatten schon zu viel auf uns genommen. Also wagten wir einen letzten Versuch und stapften diesmal Flußaufwärts, direkt durch das Wasser hindurch. Erneut wurde es sehr abenteuerlich und einige steile Etappen entpuppten sich als echte Rutschpartien. Wie sollten wir diesen steilen Weg jemals wieder unversehrt zurück kommen?
Immer wieder waren wir kurz davor aufzugeben. Doch das Rauschen des Wasserfalls wurde immer lauter und uns hatte der Ehrgeiz gepackt. Schließlich erreichten wir erschöpft aber glücklich den völlig abgelegenen King Louis Wasserfall. Es war ein wirklich schöner Wasserfall, aber auch nicht unbedingt spektakulärer als einige, die wir zuvor bereits gesehen hatten. Wir machten einige Fotos an diesem verlassenen Ort, dann sprang ich völlig durchgeschwitzt nackt in den erfrischenden Pool. Badesachen hatte ich nicht dabei, aber wer sollte mich hier an diesem abgelegenen Ort schon stören?
Natürlich kam kurze Zeit später eine kleine Wandergruppe vorbei. Sie sahen weder erschöpft, noch nass aus und als wir uns nach ihrem Weg erkundigten, waren wir durchaus überrascht. Etwas oberhalb führte ein kleiner, unscheinbarer Weg zurück zu unserem Parkplatz. Den hätten wir so niemals entdeckt, aber so hatten wir zumindestens einen ungefährlichen und trockenen Rückweg zu unserem Auto. Dafür lagen aber noch einige holprige Stunden Autofahrt den ganzen Weg wieder zurück bis zu unserer nächsten Unterkunft in Drake vor uns. Auch hierzu findest du einige kurze Videos auf meinem Instagram-Profil unter den Costa Rica Highlights.
Corcovado National Park
Eines unserer Highlights sollte der Corcovado National Park auf der Osa-Halbinsel werden. Der Park umfasst etwa 42.000 Hektar Landfläche an Regenwald, Sümpfen, Mangroven, Flüssen und Pazifikstrand. Außerdem gehören in etwa rund 3.300 - 5.300 Hektar Meeresfläche dazu. Dieser Ort gilt als einer der artenreichesten Nationalparks der Erde. National Geographic hat ihn einst als "biologisch intensivsten Ort der Welt" bezeichnet. Er ist einer der letzten großen Tiefland-Regenwälder Mittelamerikas und bietet eine fast unberührte Natur. Hier leben Jaguare, Pumas, Ozelots, Tapire, alle 4 Affenarten Costa Ricas, Krokodile, Ameisenbären, Aras, hunderte Vögel-, Insekten- und Pflanzenarten. Ein echter Dschungel.
Von unserer Unterkunft aus in Drake Bay ging es mit dem Schnellboot circa 1,5 Stunden lang zur Sirena Ranger Station. Wir hatten bereits Monate zuvor eine Overnight-Tour in dieser Station gebucht. Sie liegt an einer ehemaligen Landebahn mitten im Dschungel im Herzen des Parks fernab jeder Straße, direkt an der Pazifikküste. Man gelangt ausschließlich mit dem Boot dorthin. Die Ranger Station bietet einige Stockbetten in Schlafsälen, die mit Moskitonetzen abgedeckt sind. Hier tauscht man Komfort gegen Erlebnis. Wenn nachts die Generatoren abgeschaltet werden, herrscht hier völlige Dunkelheit. Von Sirena aus starteten wir mehrere geführte Wanderungen. Die Erste began schon Stunden vor dem Frühstück, noch bevor die Generatoren angeschaltet wurden. Wir mussten uns also bei völliger Dunkelheit in den Gemeinschaftsbädern waschen und ankleiden. Es blieb uns nur die Taschenlampe unserer Mobiltelefone. Das erinnerte mich ein wenig an den Nachtalarm bei der Bundeswehr.
Wir machten insgesamt eine handvoll längerer Wanderungen in verschiedene Richtungen in den Dschungel hinein. Hier konnten wir die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Allen voran natürlich Affen und Faultiere.
Wenn du wissen möchtest, wie es in der Ranger Station ausgesehen hat, schau dir unbedingt meine Videos unter den Highlights auf meinem Instagram-Profil an.
Uvita
Unser Rückweg führte uns erneut an der Ortschaft Uvita vorbei, wo wir ebenfalls eine Unterkunft hatten. Uvita ist ein entspannter Küstenort im Süden von Costa Rica. Das Herz des Ortes ist der Marino Ballena National Park mit seiner Whale Tail. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Sandbank in Form einer Walflosse, die bei Ebbe sichtbar wird. Es ist eines der bekanntesten Naturmotive des Landes.
Nauyaca Falls
Unser letzter Wasserfall in Costa Rica lag circa 30 Minuten Fahrt von Uvita entfernt und war zugleich der spektakulärste Wasserfall auf unserer gesamten Rundreise. Die Nauyaca Falls an der Südpazifikküste bestehen aus zwei Hauptkaskaden. Die Upper Falls sind circa 45 m hoch, breit und massiv. Die darunterliegenden Lower Falls sind nochmals rund 20 m hoch und stürzen in ein großes natürliches Becken. Der untere Pool ist einer der schönsten Badeplätze in der Region.
Wir hatten erneut großes Glück und ein Guide vor Ort war so freundlich, uns sogar bis ganz oben auf die Spitze der eigentlich sonst geschlossenen Upper Falls zu bringen. Wir konnten also den gesamten Wasserfall von oben betrachten und waren dort komplett für uns alleine. Ein wirklich magischer Ort und ein krönender Abschluss unserer dreiwöchtigen Tour. Mit der Drohne konnte ich die gesamten Nauyaca Falls gut einfangen und da wir größtenteils auch noch alleine im Upper Falls Pool waren, bliebt sogar noch Zeit für ein kleines, spontanes Fotoshooting.
Unsere letzte Nacht verbrachten wir direkt am Eingang des Manuel Antonio Nature Reserve. Eigentlich wollten wir auch diesen Park noch besichtigen, aber schlussendlich fehlte uns dazu die Zeit und zugegebenermaßen auch die Motivation. Die Rundreise war kräftezährend und abenteuerlich. Wir hatten schon so viel erlebt und wollten uns stattdessen noch ein wenig ausruhen, bevor wir die lange Rückreise antraten. Es ging bereits am nächsten Tag die Pazifikküste entlang zurück zum Flughafen in San José, wo unsere Rundreise einst begann und nun endete.
Fazit
In drei Wochen Costa Rica komplett zu bereisen war machbar, wenn auch sehr stressig. Alles haben wir in der kurzen Zeit natürlich nicht geschafft, aber wir konnten einen hervorragenden Gesamteindruck erlangen und die Vielfalt des Landes kennenlernen. An manchen Orten wären wir gerne noch ein paar Tage länger geblieben, insbesondere an den Küsten. Einige Bereiche wie den Nationalpark Tortuguero konnten wir aus zeitgründen gar nicht erst anfahren.
Die Menschen in Costa Rica waren allesamt super freundlich und wir haben uns stets sicher gefühlt, mal abgesehen von einigen teils katastrophalen Straßenverhältnissen. Ich hätte erwartet, dass mehr Leute Englisch sprechen. Teilweise war die Verständigung nicht ganz einfach, da wir beide leider kein Spanisch sprechen.
Die unzähligen, wundervollen Wasserfälle waren ein echtes Highlight, zumal wir oftmals alleine an diesen tollen Orten waren. Das gleiche gilt im übrigen auch für die teils menschenleeren Strände. Ich kann dieses Reiseziel nur wärmstens empfehlen!
Ich hoffe, dir hat mein ausführlicher Reisebericht gefallen. Wenn du weitere Fragen hast, schreib mich gerne an. In meinem Costa-Rica Album findest du noch einige weitere Fotos in höherer Auflösung. Schau also auf jeden Fall auch in meiner Bildergalerie vorbei:
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